Leichter Schmerz als Kink bezeichnet das bewusste Suchen nach milden Schmerzempfindungen im sexuellen oder erotischen Kontext. Dazu zählen Aktivitäten wie leichtes Kneifen, Kratzen mit den Fingernägeln, sanftes Beißen, Klapse auf Haut oder das Ziehen an Haaren. Der Reiz liegt darin, dass moderater Schmerz physiologisch Endorphine freisetzt und so ein Kribbeln, ein Hitzegefühl oder eine erhöhte Körperwahrnehmung erzeugt. Diese Empfindungen können Erregung verstärken und die Aufmerksamkeit auf bestimmte Körperstellen lenken. Leichter Schmerz gilt als Einstiegspunkt in das breitere Feld des Sensory Play und wird von vielen Menschen praktiziert, die sich nicht mit dem Begriff BDSM identifizieren. Wichtig ist die Unterscheidung zwischen einem angenehm-intensiven Empfinden und echtem Unwohlsein oder Verletzung. Die Intensität ist subjektiv und variiert stark von Person zu Person. Leichter Schmerz kann sowohl beim Geben als auch beim Empfangen als reizvoll erlebt werden, und manche Personen genießen beides.
Klare Absprachen vor der Aktivität sind unbedingt notwendig. Ein Safeword oder ein vereinbartes Stoppsignal sollte immer festgelegt werden. Es empfiehlt sich, gemeinsam zu besprechen, welche Körperstellen in Ordnung sind und welche tabu. Bereiche wie Gelenke, Wirbelsäule, Hals und Gesicht sollten vermieden werden. Auf bestehende Hauterkrankungen, Verletzungen oder erhöhte Schmerzempfindlichkeit hinweisen. Emotional kann leichter Schmerz unerwartete Reaktionen auslösen, deshalb ist ein kurzes Nachgespräch (Aftercare) sinnvoll.
Geprüft von Reviewed by the Jar of Kinks editorial team