Augenbinden als Kink bezeichnet die bewusste Einschränkung des Sehsinns während sexueller oder erotischer Aktivitäten, meist durch ein Tuch, eine Schlafmaske oder eine speziell dafür hergestellte Augenbinde. Die Person, die die Augenbinde trägt, erlebt eine erhöhte Wahrnehmung anderer Sinne wie Berührung, Gehör und Geruch, da das Gehirn die fehlende visuelle Information durch verstärkte Aufmerksamkeit auf andere Reize ausgleicht. Dieses Prinzip wird als sensorische Deprivation bezeichnet. Gleichzeitig erzeugt das Tragen einer Augenbinde ein Gefühl von Kontrollabgabe und Verletzlichkeit, was für viele Menschen den Reiz ausmacht. Auf der anderen Seite erlebt die Person ohne Augenbinde ein Gefühl von Kontrolle und kann das Tempo und die Art der Berührungen bestimmen. Augenbinden gelten als eine der zugänglichsten Formen von Sinnesspiel und Machtdynamiken, da sie keine besonderen Vorkenntnisse oder teures Equipment erfordern. Sie werden sowohl eigenständig als auch in Kombination mit anderen Praktiken wie Bondage oder Dirty Talk eingesetzt.
Vor dem Einsatz einer Augenbinde sollten beide Personen klar kommunizieren, was erlaubt ist und was nicht. Ein Safeword ist Pflicht. Wichtig ist, sicherzustellen, dass die Augenbinde nicht zu fest sitzt und keinen Druck auf die Augen ausübt. Regelmäßige verbale Check-ins während der Aktivität helfen, das Wohlbefinden der gebundenen Person zu überprüfen. Manche Menschen reagieren auf Dunkelheit oder eingeschränkte Kontrolle mit Unbehagen oder Panik. Es empfiehlt sich, die Praxis zunächst kurz und in einer vertrauten Umgebung auszuprobieren.
Geprüft von Reviewed by the Jar of Kinks editorial team