Keuschheit und Orgasmusentzug beschreibt eine Praxis, bei der eine Person freiwillig auf sexuelle Befriedigung verzichtet oder daran durch einen Keuschheitsgürtel oder ein ähnliches Hilfsmittel gehindert wird. Diese Praxis findet häufig im Rahmen einer Dominanz- und Submission-Dynamik statt, bei der eine Person die Kontrolle über die sexuelle Aktivität der anderen übernimmt. Der Reiz liegt für viele in der psychologischen Spannung, dem Kontrollverlust sowie dem Gefühl von Hingabe und Vertrauen gegenüber einer anderen Person. Es wird zwischen dauerhafter Keuschheit (langfristiges Tragen eines Keuschheitsgürtels), temporärem Entzug (keine Orgasmen für einen vereinbarten Zeitraum) und teasen-and-denial unterschieden, bei dem Erregung gezielt aufgebaut, aber nicht zum Abschluss gebracht wird. Diese Praxis kann sowohl körperlich als auch ausschließlich verbal und psychologisch stattfinden und ist nicht an ein bestimmtes Geschlecht oder eine Orientierung gebunden.
Klare Absprachen über Dauer, Grenzen und ein Safeword sind unbedingt erforderlich. Keuschheitsgürtel sollten regelmäßig abgenommen werden, um Hygiene zu gewährleisten und Druckstellen oder Hautreizungen zu vermeiden. Der psychologische Aspekt des Entzugs kann intensiv sein, weshalb regelmäßige Kommunikation während der Praxis wichtig ist. Aftercare ist besonders relevant, da angestaute Frustration oder emotionale Erschöpfung auftreten können. Beide Parteien sollten jederzeit die Möglichkeit haben, die Praxis zu beenden.
Geprüft von Reviewed by the Jar of Kinks editorial team