Rimming (auch bekannt als Anilingus oder umgangssprachlich als 'Arschlecken') bezeichnet die orale Stimulation des Afters durch Lecken, Küssen oder das gezielte Einsetzen der Zunge. Die stimulierte Zone enthält eine hohe Dichte an Nervenenden, weshalb viele Menschen diese Praktik als intensiv lustvoll empfinden. Rimming kann als eigenständige sexuelle Aktivität stattfinden oder als Teil eines umfangreicheren Spiels. Es wird zwischen gebender und empfangender Rolle unterschieden, wobei beide Rollen für unterschiedliche Menschen attraktiv sein können. Die Praktik ist sowohl in heterosexuellen als auch in queeren Beziehungen verbreitet und hat kein spezifisches Geschlecht oder eine bestimmte sexuelle Orientierung als Voraussetzung. Innerhalb von Kink-Kontexten kann Rimming mit anderen Elementen wie Dominanz und Unterwerfung, Körperverehrung oder Sensory Play kombiniert werden. Es gehört zu den Praktiken, die ein hohes Maß an Vertrauen und Körperakzeptanz erfordern.
In der Praxis beginnt Rimming meist damit, dass die empfangende Person sich in einer Position wohlfühlt, die leichten Zugang erlaubt, etwa bäuchlings mit leicht angehobenen Hüften, auf allen vieren oder auf dem Rücken liegend mit zur Brust gezogenen Knien. Die gebende Person beginnt langsam, oft mit leichten Küssen oder Lecken im umgebenden Bereich, bevor sie sich auf die Analöffnung selbst konzentriert. Die Empfindungen reichen von sanft und neckend bis fokussierter und intensiver, je nach Technik und Druck.
Häufige Varianten sind, Rimming mit manueller Stimulation der Genitalien zu kombinieren, es in eine längere Oralsex-Sitzung einzubauen oder es als Teil einer Machtaustausch-Dynamik zu nutzen, bei der es Unterwerfung oder Verehrung signalisiert. Manche gebende Personen empfinden tiefe Befriedigung dabei, einen Partner auf diese Weise zu verwöhnen, und der Akt kann angesichts seiner Natur ein Element von Intimität oder Vertrauen mit sich bringen.
Was Menschen zu Rimming zieht, ist unterschiedlich. Empfangende Personen nennen oft die Dichte der Nervenenden in diesem Bereich, die Empfindungen erzeugt, die anderen Formen der Stimulation unähnlich sind. Gebende Personen berichten häufig, dass sie die Nähe und die sichtbare körperliche Reaktion ihres Partners genießen. Das Tabu-Element, das Gefühl, dass es ein zutiefst privater und vertrauensvoller Akt ist, trägt für viele ebenfalls zum Reiz bei. Kommunikation während des Akts hilft beiden Partnern, Druck, Rhythmus und Fokus zu kalibrieren.
Ausdrückliche Zustimmung beider Personen ist Grundvoraussetzung. Hygiene spielt eine zentrale Rolle: gründliches Waschen des Analbereichs im Vorfeld reduziert Unannehmlichkeiten und mögliche Übertragungsrisiken. Dental Dams oder Frischhaltefolie können als Barrieremethode eingesetzt werden, um die Übertragung von Bakterien oder sexuell übertragbaren Infektionen zu verringern. Offene Kommunikation über Grenzen, Körpergefühle und etwaige Unsicherheiten ist vor der ersten Erfahrung empfehlenswert. Emotionale Aspekte wie Scham oder Unsicherheit rund um den Körper sollten vor dem Ausprobieren besprochen werden.
Rimming birgt ein gewisses STI-Übertragungsrisiko, einschließlich Hepatitis A, Herpes, Gonorrhoe und Darmparasiten, weil der Analbereich Krankheitserreger beherbergen kann. Ein Dental Dam als Barriere zu verwenden und regelmäßige STI-Tests für beide Partner sind die effektivsten Wege, das Risiko zu senken. Impfungen gegen Hepatitis A und HPV bieten zusätzlichen Schutz.
Die meisten Menschen duschen oder baden vorher und achten besonders auf die Reinigung des Analbereichs mit milder Seife. Manche verwenden auch eine sanfte äußere Spülung. Eine ballaststoffreiche Ernährung und regelmäßiger Stuhlgang tendieren dazu, die Sorge um Sauberkeit mit der Zeit zu verringern. Eine innere Spülung ist nicht nötig, außer ihr plant auch penetrativen Analsex.
Viele empfangende Personen berichten von intensivem Vergnügen, weil Anus und Damm reich an Nervenenden sind. Die Empfindung unterscheidet sich von anderen Formen der Stimulation und wird oft als warm, diffus und sehr empfindlich beschrieben. Die Reaktion variiert stark zwischen Individuen, daher hilft Kommunikation der gebenden Person, die Technik anzupassen.
Ja, mehrere Infektionen können durch Analingus übertragen werden, darunter Hepatitis A und B, das Herpes-simplex-Virus, HPV, Gonorrhoe, Syphilis und Darmparasiten wie Giardien. Eine Barriere wie ein Dental Dam senkt dieses Risiko erheblich, eliminiert es aber nicht. Regelmäßige STI-Tests und offene Kommunikation mit Partnern sind wichtige Praktiken.
Ein Dental Dam ist ein dünnes, flaches Latex- oder Polyurethantuch, das während Oralsex über den Anal- oder Vulvabereich gelegt wird, um als Barriere zwischen Mund und Haut oder Schleimhäuten zu dienen. Sie sind in Apotheken, sexuellen Gesundheitskliniken und online erhältlich. Falls ihr keines findet, funktioniert ein aufgeschnittener und flach ausgebreiteter Latex- oder Nitrilhandschuh als praktischer Ersatz.
Rimming wird weit über explizit kinkige Kontexte hinaus praktiziert und ist in vielen ansonsten vanillafarbenen Beziehungen verbreitet. Es kann in Machtaustausch-Dynamiken als Akt des Dienens oder der Verehrung eingebunden werden, aber die meisten Menschen, die es genießen, tun das einfach wegen des körperlichen Vergnügens. Umfragedaten zeigen durchgehend, dass es zu den häufiger berichteten Oralsex-Praktiken bei Erwachsenen aller Orientierungen gehört.
Geprüft von Reviewed by the Jar of Kinks editorial team