Entführungs-Rollenspiel bezeichnet ein einvernehmliches Szenario, bei dem eine Person die Rolle einer entführenden Partei übernimmt und eine andere Person die Rolle des Opfers spielt. Das Szenario kann Elemente wie Überraschungsmomente, Fesselung, Augenbinden, simulierten Widerstand und das Gefühl von Kontrollverlust beinhalten. Entscheidend ist, dass alle Beteiligten dem Ablauf vorab ausdrücklich zugestimmt haben. Der Reiz liegt häufig im Spiel mit Macht und Ohnmacht, im Adrenalinschub durch das Überraschungselement sowie im tiefen Vertrauen, das zwischen den Beteiligten vorausgesetzt wird. Manche Menschen genießen die passive Rolle, in der sie Kontrolle abgeben, während andere die aktive, dominante Seite bevorzugen. Das Szenario kann rein psychologisch ablaufen oder physische Komponenten wie Bondage enthalten. Es handelt sich dabei um eine Form des konsensuellen Non-Consent (CNC), einem Oberbegriff für Rollenspiele, bei denen Widerstand und Kontrollverlust simuliert werden, obwohl alle Beteiligten tatsächlich jederzeit das Geschehen stoppen können.
Detaillierte Absprachen vor dem Szenario sind unverzichtbar. Dazu gehören ein klar vereinbartes Safeword oder ein Safesignal (zum Beispiel ein Gegenstand, den man fallen lassen kann, wenn der Mund bedeckt ist). Alle Beteiligten sollten den geplanten Ablauf, die Grenzen und mögliche Triggerpunkte besprechen. Besonders wichtig ist ein Nachgespräch (Aftercare) danach, da intensive Szenarien emotionale Nachwirkungen haben können. Physische Risiken wie Atemnot bei Fesselung oder Verletzungen durch unerwartete Bewegungen müssen bedacht werden.
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